Neuer Podcast zum „Prozessgesteuerten Ansatz“

Letzten Samstag (17.07.2021) konnte ich ein wenig mit Markus Herhoffer und Lucas Rott von der exentra GmbH über den „Prozessgesteuerten Ansatz“ fachsimpeln. Die Diskussion wurde mitgeschnitten und liegt mittlerweile als Podcast vor. Unter diesem Link könnt Ihr gerne mal reinhören. In einer kurzweiligen Diskussion streifen wir die wichtigsten Aspekte des „Prozessgesteuerten Ansatzes“. Natürlich ist auch meine neue Initiative „PiDiArtify“ ein Thema und wie der „Prozessgesteuerte Ansatz“ in einer weltweit einzigartigen Form an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) gelehrt wird.

Noch ein kleiner Hinweis: Der Podcast beginnt mit einigen News aus der IT-Welt. Ab Minute 18 beginnt dann unsere Diskussion. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Anhören!

Prof. Scheer: „Die Innovationskraft liegt in den Prozessen!“

Für die Vorbereitung des neuen Wintersemesters stolpert man hin und wieder über die eine oder andere Perle. Eine dieser Perlen ist ein sehr empfehlenswertes Interview mit Prof. Scheer aus dem Jahre 2013 (!!!) über Trends im Geschäftsprozessmanagement. Es wurde auf YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=XU69q7pZh0Y veröffentlicht. Ich fand die Aussagen des Interviews so interessant und vor allem zeitlos, dass ich den Link auch hier in meinem Blog mit Ihnen teilen möchte.

Die für mich wesentlichen Aussagen des Videos lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Prozessinnovationen bewegen ganze Branchen (z.B. Industrie 4.0, Handel mit neuen Logistikprozessen, Banken); Dienstleister bieten jetzt auch Produkte an und umgekehrt.
  2. Viele Technologieänderungen finden gleichzeitig statt (z.B. KI, Big Data, Analytics, Mobile, Cloud, 3D-Druck, Blockchain, IoT,…). Daraus resultieren neue Geschäftsmodelle, die entweder durch Prozesse begleitet werden oder bei denen Prozesse selbst Bestandteile der Lösungen bzw. Produkte sind!
  3. Wir können einen Paradigmenwechsel im Geschäftsprozessmanagement beobachten: Weg von der Standardisierung/Optimierung von Prozessen sowie der Effizienzsteigerung durch Prozesse, hin zur Individualisierung/ Flexibilisierung/Vereinfachung von Prozessen. Weg von der unterstützenden Funktion von Prozessen, stattdessen das Eingehen von Prozesse in die Produkte –> Prozesse werden wettbewerbsentscheidend! Die Innovationskraft liegt in den Prozessen!
  4. Folgerung 1: Produkt- bzw. Dienstleistungsinnovationen und Prozessinnovationen gehen Hand in Hand! Prozessmanagement wird Teil der Produktentwicklung!
  5. Folgerung 2: Prozessmanagement muss kontinuierlich und in allen Bereichen eines Unternehmens betrieben werden, da Prozesse Bestandteile des Geschäftsmodells geworden sind.

Ich bin mir ziemlich sicher: Viele Unternehmen verstehen diese Trends noch immer nicht, sind sich weder der Konsequenzen diese Aussagen bewusst noch wissen sie, wie sie damit umzugehen haben! Umso wertvoller wird dadurch der „Prozessgesteuerte Ansatz“, der die angesprochene Innovationskraft der Prozesse effizient auf die Straße bringt!

Mein Interview in der Computerwoche

Es ergeht wahrscheinlich vielen Menschen wie mir: Man sucht etwas im Haus und stolpert dabei über Dinge, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat, über die man sich beim Auffinden aber wieder richtig freut. So ist es mir unlängst bei einer Recherche zu Prozessen im Internet ergangen. Fand ich dabei doch ein längst in Vergessenheit geratenes Interview, dass ich anlässlich der Veröffentlichung meines Buches Prozessgesteuerte Anwendungen mit BPMN der Computerwoche gab. Das Interview fand bereits 2014 (!!!) statt, allerdings war ich selbst erstaunt darüber, wie zeitlos doch die damals gemachten Aussagen auch heute noch sind. Schauen Sie doch selbst einmal vorbei. Die Computerwoche veröffentlichte das Interview unter der Überschrift Der Fachprozess bestimmt die Applikationsentwicklung. Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

Dr. Robert Mayr (Datev) Interview in den Nürnberger Nachrichten über digitale Prozesse

Am 16. Juni 2020 veröffentlichten die Nürnberger Nachrichten ein bemerkenswertes Interview mit dem Datev-Chef Dr. Robert Mayr. Bereits in der Einleitung zu diesem Interview schreibt F. Holzschuh, Autor des Artikels:

Es hat nicht erst ein neuartiges Coronavirus gebraucht, um die Vorteile von digitalen Arbeitsprozessen zu demonstrieren. Aber spätestens jetzt zeigt sich, wie wichtig etwa automatisierte Prozessketten sind.

F. Holzschuh in „Nürnberger Nachrichten“ vom 16.06.2020, S. 19.

Neben kritischen Äußerungen zur Künstlichen Intelligenz (KI), die ich uneingeschränkt teile und die einen eigenen Blog-Beitrag wert sind, möchte ich hier nun die Antwort zitieren, die Dr. Robert Mayr auf die Frage „Wo sehen Sie die Chancen der Digitalisierung?“ gab. Ich zitiere wörtlich:

Die Coronakrise hat uns diese Chancen gerade sehr deutlich vor Augen geführt. Unternehmen, die digital und flexibel aufgestellt sind, taten sich sehr viel leichter, in den Krisenmodus zu wechseln, ohne an Schlagkraft zu verlieren. Ich hege die starke Hoffnung, dass viele Betriebe diese Erfahrungen auch in den zukünftigen „neuen“ Alltag mit hinübernehmen, etwa, was virtuelle Zusammenarbeit und durchgängige digitale Prozesse angeht. In Zeiten einer zunehmenden Vernetzung kann eine ganze Reihe von Abläufen automatisiert werden. Das betrifft natürlich auch die kaufmännischen Prozesse in Unternehmen. Sie eignen sich – mit relativ überschaubarem Aufwand – ganz hervorragend für den Einstieg in die Digitalisierung. Wenn ich die Daten einmal digital erfasst habe, am Beispiel der kaufmännischen Prozesse notfalls durch das Einscannen von Eingangsbelegen, können ganze Prozessketten damit automatisiert ablaufen. Das geht vom Angebot über die Rechnung bis zur Zahlungsauslösung. Ist dieser Prozess einmal aufgesetzt, bietet er einen riesigen Vorteil im Vergleich zur klassischen analogen Herangehensweise.

Dr. Robert Mayr in „Nürnberger Nachrichten“ vom 16.06.2020, S. 19.

Dem ist, so glaube ich, nichts mehr hinzuzufügen. Besser kann man die Digitalisierung durch Prozesse in so wenigen Worten kaum auf den Punkt bringen! Ob die Datev den „Prozessgesteuerten Ansatz“ einsetzt? Wahrscheinlich nicht. Aber ich frag mal nach. Vielleicht lässt sich ja auch bei der Datev noch etwas optimieren… 😉